Haarausfall

Wenn die Haarpracht schwindet

Volles, glänzendes Haar gehört für die meisten Menschen zum ästhetischen Idealbild. Doch viele Männer und auch Frauen leiden unter verstärktem Haarausfall. Fest steht: Nur wenige Therapien helfen.

Jeder kennt es: Nach der morgendlichen Dusche ist der Ausguss voll mit Haaren. Bis zu hundert Haare am Tag zu verlieren, ist normal. Erst wenn über einen längeren Zeitraum hinweg mehr verloren werden, spricht man von Haarausfall. Und obwohl Haarausfall ein sehr verbreitetes Phänomen ist, reagieren die Betroffenen meist sehr sensibel darauf. Schließlich strahlt kräftiges Haar Gesundheit, Jugendlichkeit und Sex-Appeal aus, und eine modische Frisur gehört für viele zu einem ansprechenden Äußeren. Die Haarpracht wird somit oft als vielsagender Schlüssel für Charakter oder gesellschaftliche Stellung eines Menschen gewertet.

Ursachen für Haarausfall

Nicht jeder Haarausfall ist gleich - es kann ganz verschiedene Ursachen für den Haarverlust geben. Am verbreitetsten ist der hormonell-erbliche Haarausfall , von dem vor allem Männer betroffen sind. Ausgelöst durch eine Empfindlichkeit in den Haarwurzeln gegen das männliche Geschlechtshormon Testosteron, zeigt sich der erbliche Haarausfall zunächst meist in Form von Geheimratsecken, um sich sukzessive auszubreiten.
Seltener und sowohl bei Männern wie Frauen tritt der Alopezia areata, der so genannte kreisrunde Haarausfall auf, dessen Ursachen bislang nicht geklärt sind. In diesem Fall bilden sich plötzlich verschiedene kahle Stellen am Kopf oder auch an anderen Körperstellen.
Die dritte Form stellt der diffuse Haarausfall dar, von dem ebenfalls Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sein können. Dessen Ursachen sind vielfältig: Fehlernährung, psychischer Stress, hormonelle Störungen oder Medikamente können Auslöser für das Ausdünnen der Kopfbehaarung sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Da Haarausfall in über 90 Prozent der Fälle erblich bedingt ist, kann nicht viel dagegen unternommen werden. Die meisten Haarwasser bringen keine nachweislichen Erfolge , deshalb werden sie in der Regel nur in Kombination mit einer medikamentösen Therapie angewandt. Vor allem zwei Wirkstoffe konnten hier innerhalb der letzten Jahre überzeugen: Finasterid und Minoxidil . Diese führen in der Regel zwar nicht dazu, dass auf einer Glatze wieder neues Haar wächst, können den Haarausfall aber stoppen . Dafür müssen sie regelmäßig eingenommen werden, denn mit dem Aussetzen der Medikamente lässt auch die Wirkung nach. Frauen dürfen mit Finasterid nicht behandelt werden. Bei ihnen versucht man stattdessen, den Haarausfall mit Hilfe von Hormonpräparaten zu stoppen.
Eine weitere Möglichkeit besteht in der Transplantation von Eigenhaar , die sich allerdings nur zur Bekämpfung des erblichen Haarausfalls eignet. Dafür wird am Hinterkopf ein Hautstreifen herausgeschnitten und in Form feiner Transplantate an anderen Kopfstellen wieder eingepflanzt. Auf diese Weise können bis zu 98 Prozent Anwachsrate erreicht werden.
In jedem Falle müssen medikamentöse Therapien mit einem Dermatologen abgesprochen werden. Nur so können die wirklichen Ursachen des Haarausfalls festgestellt und entsprechende Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden.